Camping an Bord

Lust oder Frust?

Kaum Platz zum Atmen

Nach einigen Überlegungen haben wir uns entschlossen, den heurigen Urlaub am Peloponnes zu verbringen. Da wir schon vor vielen Jahren Camping an Bord gemacht haben, und von damals sehr gute Erfahrungen hatten, war für uns klar, dass wir das diesmal wieder so machen werden.

Gleich nach Bekanntwerden der Fahrpläne im November, haben wir sofort bei Anek Lines gebucht. Wir wunderten uns nicht schlecht, dass am selben Tag nach Bekanntwerden der Fahrpläne, unsere Wunschtermine schon nicht mehr verfügbar waren. Aber schließlich und endlich hat es dann geklappt und so fuhren wir Anfang Mai, zwei Tage später als geplant, von Venedig nach Igoumenitsa. Schon beim Einschiffen herrschte totales Chaos. Passagiere mit Camping an Bord mussten circa 3 Stunden vor der Abfahrt der Fähre einchecken, wurden aber erst ganz kurz vor Auslaufen der Fähre an Bord geholt. Zuerst waren PKWs und LKWs an der Reihe, dann last but not least, wir Camper. Also warum so zeitig am Hafen stehen?

Endlich am Oberdeck angekommen traf uns fast der Schlag. Für die Camper an Bord waren maximal 20 Plätze frei. Die luftigsten und schönsten Plätze des Oberdecks waren mit Truckern zugestellt. Neben, vor und hinter uns lauter Trucker mit tollen Kühlaggregaten, die einen wunderbaren Lärm machten. An Schlaf war nicht zu denken! Die Camper wurden irgendwie hineingestellt - oft so eng, dass man nicht einmal ein Fenster einen Spalt öffnen konnte. Also wir bekamen fast keine Luft - nur Lärm! Ich möchte auch darauf hinweisen, dass sich kein LKW-Fahrer am Camperdeck aufhielt oder übernachtete. Wir waren froh, als wir endlich von Bord gehen konnten.

Noch schlimmer war es dann bei der Heimfahrt von Patras nach Venedig. Wieder das gleiche Spiel - am Hafen warten, warten, warten bis alle Trucker und PKWs am Schiff waren. Auch diesmal wieder nur maximal 25 Camper an Bord. Man bedenke, es hatte Ende Juni in Griechenland bereits mindestens 35 Grad. Auch die Nächte waren nicht viel kühler. Fenster blieben geschlossen, da aufgrund der Enge keine Möglichkeit war, diese zu öffnen. Aber es hätte wahrscheinlich auch nichts geholfen, denn die Trucker raubten uns wiederum die Luft. Und das für 32 Stunden.

Es ist nicht verständlich, warum Trucker und Camper so nebeneinander gestellt werden. Es ist uns schon klar, dass der LKW mehr an Einnahmen bringt als der Camper - aber so kann es nicht sein. Man sollte wenigstens einen Teil am Oberdeck nur für Camper lassen und den Rest dann für die Trucker. Wie kommen wir Camper dazu, nur den Lärm von den Aggregaten der Trucker zu hören. Wir meinen, es liegt ein wenig an der Organisation beim Einschiffen. Auch ist völlig klar, dass Trucker einen Platz brauchen und das stört auch nicht. Aber vielleicht ein wenig anders organisiert.

Ich kann nur sagen: Camping an Bord für uns nie wieder, denn was hilft es wenn man die Annehmlichkeiten am Schiff zwar mitverwenden kann - aber da, wo man sich eigentlich aufhalten will - alles andere als angenehm ist. Wir hatten im Wohnwagen in der Nacht 30 Grad und glaubten zeitweise ersticken zu müssen.
Also Camping an Bord: LUST oder FRUST?

Edith S. aus Fürstenfeld