Rückblick: Düsseldorf 2019

Die Wohnmobil-Neuheiten des Modelljahrgangs 2020

Die Reisemobil-Branche verzeichnet ständig neue Verkaufsrekorde. Klar, dass sich da kaum ein Hersteller die Chance entgehen ließ, beim Caravan Salon 2019 in Düsseldorf dabei zu sein. Mehr als 600 Aussteller waren in diesem Jahr in den Messehallen am Rhein präsent, über 130 Caravan- und Reisemobilmarken zeigten mehr als 2.100 Fahrzeuge.

2018 war für Volkswagen Nutzfahrzeuge wieder mal ein Rekordjahr, rund 18.000 ("kleine") Californias auf Basis des VW T6 wurden im vergangenen Jahr verkauft. Zum Caravan Salon gab es nun die modernisierte Version des Cali, mit neu designter Frontpartie, einem digitalen Cockpit und einem Online-Infotainment-System mit integrierter eSIM. Neu sind auch Assistenzsysteme wie der Trail Assist, der das Rangieren mit einem Anhänger erleichtert, ein Seitenwind-Assistent oder das Spurhaltesystem. Bereits bestellbar ist der im vergangenen Jahr erstmals präsentierte Grand California.

Der Grand California

CAMPINGBUSSE

Sowohl der California als auch der Grand California kombinieren kompakte Abmessungen, Pkw-ähnliches Fahrverhalten und damit bestmögliche Alltagstauglichkeit mit Küche, Kocher, Kühlschrank, Schlafplätzen sowie Dusche und WC.

Carado-Kastenwagen werden künftig nicht mehr bei Dethleffs, sondern bei Capron im sächsischen Neustadt gebaut. Statt bisher mit acht Grundrissen wird Carados Vlow nun in vier Varianten - alle mit Heckbetten - angeboten. Serienmäßig gibt es für alle Modelle jetzt einen 90 Liter fassenden Kühlschrank neben der Schiebetür.

Zur Saison 2020 steigt auch Frankia bei den Campingbussen ein. Der für ein reisendes Paar konzipierte Yucon 7.0 Lounge basiert auf dem Mercedes Sprinter. Das Reisemobil verfügt über eine Truma Combi 6 Dieselheizung, gekocht wird mit einem zweiflammigen Herd, der von einer 5 kg Gasflasche befeuert wird. Anstelle von Querbett oder längs angeordneten Einzelbetten bietet der Yucon ein Sofa, das zu einer L-Sitzbank umgebaut werden kann - oder als Schlafplatz dient. Dazu gibt es ein Längsbad mit Dusche und WC.

Bei Hymer hat man die vor zwei Jahren gezeigte Studie Duocar S zur Serienreife gebracht. Auch beim Duocar S lässt sich die Couch-Sitzgruppe zum zwei Meter langen Längsdoppelbett umgestalten. So ist im Heck Platz für ein Raumbad. Die Küche ist mit einem Gaskocher, einer Spüle und einem 70 Liter fassenden Kompressor-Kühlschrank ausgestattet.

Knaus bringt zwei neue Grundrisse - mit vier statt zwei Schlafplätzen - für die Kastenwagen-Baureihe Boxstar, die Modelle Boxstar 600 Street XL und 600 Lifetime XL. Im Bad auf der Fahrerseite finden sich ein Waschbecken, Kassetten-Toilette und Dusche.

Neu bei Malibu ist der 636 cm lange Charming Coupé. Er bietet vier Sitz- und zwei Schlafplätze, einen mit dem Fahrerhaus verbundenen Wohnraum sowie einen Heckstauraum mit herausnehmbaren Zwischenboden. Der Vanster ist eine abgespeckte Version des Campster, ein günstiger Camper- und Familienvan auf Basis des Citroën Jumpy oder Spacetourer. Der Vanster verfügt über ein aufstellbares Schlafdach und - optional verfügbar - eine Campingbox samt Klappbett oder ein Küchenmodul im Heck. Die Module bieten ein Waschbecken, Frisch- und Abwasserbehälter, Gaskartuschenkocher, Kühlbox und Staufächer.

Sunlight setzt mit dem Concept Car "Cliff 4x4 Adventure Van", einem geländetauglichen Reisemobil, auf Sport- und Action-begeistere Kunden. Als Basis dient ein Fiat Ducato 4x4 mit zwei Schiebetüren und begehbarem, rutschfestem GfK-Dach. Auf dem Dach lässt sich mit zwei Teleskopstangen eine Hängematte in luftiger Höhe montieren. Ebenfalls auf dem Dach installiert ist eine Seilwinde mit 500 Meter Seil, die sich als Wakeboard- oder Wasserski-Winch nutzen lassen soll. Im Wohnbereich gibt es eine längs angeordneten Couch, die zum 180 x 145 cm großen Bett umgeklappt werden kann.

Neue Abenteuer mit James Cook

Traditionshersteller Westfalia Mobil belebt mit dem James Cook einen alten, legendären Namen neu. Allen gemeinsam ist das neu entwickelte Slide-Out-System im Heck, eine Art elektrisch ausfahrbarer Erker. In weniger als 40 Sekunden soll das Modul eine 207 cm lange und mehr als 142 cm breite Schlafstatt hinten am Fahrzeug schaffen. Die Sitzgruppe schließt sich ans Fahrerhaus an, die Längsküche bietet einen 90 Liter Kühlschrank, zweiflammigen Kocher und Spüle, gegenüber liegt das Bad. Einstiegsmodell ist der James Cook mit dem serienmäßigen Blechdach von Mercedes sowie vier Sitz- und zwei Schlafplätzen. Modell zwei ist der James Cook mit Aufstelldach, der - wie auch das Topmodell mit GfK-Hochdach, über je vier Schlaf- und Sitzplätze verfügt.

TEILINTEGRIERTE

Neben den Campingbussen sind die Teilintegrierten die Reisemobil-Kategorie mit den größten Zuwächsen. Genutzt werden die Fahrzeuge mit dem Aufbau-"Mützchen" über dem serienmäßigen Fahrerhaus mit seinen Stahlblechtüren meist von reisenden Paaren.

Bürstner will moderner auftreten und setzt auf Dekore ohne Holzoptik, etwa beim neu aufgelegten Modell Lyseo TD und dem Dekor Bahia mit seinen warmen Beige- und Grautönen. Ungewöhnlich: Im Heck des TD 744 gibt es eine üppige L-Sitzgruppe. Überarbeitet hat Bürstner die Einstiegstür und die Küche, für die jetzt auch ein optionaler Backofen lieferbar ist.

Bei Eura Mobil hat man die Teilintegrierten erst im vergangenen Jahr gründlich renoviert. Heuer präsentieren die Rheinhessen einen neuen Grundriss: Den 720 QF als Profila T oder als Profila RS mit Hubbett. Dazu gibt es ein Queensbett und zwei breite Sofas im Wohnbereich in der vorderen Wagenhälfte. Mittig angeordnet sind die 120 cm breite Küche und das Bad mit beleuchteter Regendusche.

Mit dem T 649 HS präsentiert auch Forster bei den Teilintegrierten einen neuen Grundriss. Auf nicht mal sechseinhalb Meter Länge verfügt das Fahrzeug auf Ducato-Basis ebenfalls über eine Rundsitzgruppe im Heck und eine Couch. Ein festes Bett gibt es nicht, das Reisemobil bietet drei vollwertige - auf zwei Hubbetten verteilte - Schlafplätze. Ein Doppelbett kann im Heck elektrisch abgesenkt werden, ein Einzel-Hubbett wird im vorderen Bereich elektrisch heruntergefahren.

Ab 2020 gibt es bei Frankia den neuen, 698 cm langen Teilintegrierten Neo, wahlweise mit 3,5 oder 4,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht auf Sprinter-Basis. Die Mobile werden ausschließlich mit Frontantrieb und Al-Ko-Tiefrahmenchassis geliefert. Die Ausstattung kann sich sehen lassen: Der stufenlose und beheizter Doppelboden ist mindestens 20 Zentimeter hoch, der 32 mm starke Thermo-Protect-Wandaufbau ist winterfest, der Frischwassertank fasst 120 Liter, außerdem gibt es eine Heckgarage mit zwei Türen. Der Grundriss mit separaten Längsbetten im Heck ist klassisch, die Küche neben dem Eingang installiert und im Sanitärabteil lassen sich das Waschbecken wie auch die Banktoilette verschieben.

Bei Hobby hat man der im Januar vorgestellten Optima OnTour-Baureihe vier neue Grundrisse spendiert. Der familienfreundliche T65 HKM bietet bis zu sechs Schlafplätze. Statt einer einfachen Zweier-Sitzbank verfügt er über eine Doppeldinette und eine gegenüber längs angeordnete Couch. Die Sitzgruppe kann zur Liegefläche umgestaltet werden, darüber bietet ein Hubbett zwei weitere Schlafplätze. 

Hymers neuer Teilintegrierter Tramp S baut auf dem Mercedes Sprinter mit Frontantrieb und Originalrahmen auf. Hinter dem Fahrerhaus gibt es eine Doppellängsbank-Sitzgruppe, optional wird über der Sitzgruppe ein 190 cm langes Hubbett verbaut. Im Heck findet sich ein höhenverstellbares Queensbett. Mit der neuen Element-Modellreihe für Einsteiger, zu haben mit zunächst zwei Grundrissen, startet LMC in die neue Saison. Der T 668 G und der T 758 G sind zwar für Paare gedacht, bieten aber - je nach Ausstattung - bis zu vier Personen Sitz- und Schlafplätze. Komfortbewusste Camper können bis zu zehn Sonderausstattungspakete buchen.

Auf 150 Exemplare limitiert hat LMC sein Sondermodell Grey Selection, einen 699 cm langen, auf Fiat Ducato basierenden Dreieinhalb-Tonner. Er bringt serienmäßig ansonsten aufpreispflichtige Ausstattung wie manuelle Klimaanlage, dimmbare Deckenbeleuchtung, Skyroof, beheizte und isolierte Abwassertanks und eine Markise mit.

ALKOVEN

Auch heute noch favorisieren Familien und Vermieter diese - inzwischen von den Herstellern etwas vernachlässigte - Alkoven-Modelle mit ihrem Schlaf-Überbau über dem Fahrerhaus. Eura Mobil hat seiner Alkoven-Baureihe Active One ein neues Interieur mit hellen Farben und Holztönen gegönnt. Vier der fünf Modellen bleiben in der Länge unter sechseinhalb Meter, der Neuling 550 MS bietet gar auf unter sechs Meter Länge ein Bad sowie einen Stauraum im Heck.

INTEGRIERTE

Die Landyachten erreichen Abmessungen, die schon mal denen eines Reisebusses gleich kommen können, die Preise sind oft im sechsstelligen Euro-Bereich angesiedelt. Als Gegenwert gibt es wintertaugliche Fahrzeuge, in denen sich auch längere Urlaubsreisen mit reichlich Platz und allem Komfort verbringen lassen. Bei Carado hat der unter sieben Meter lange Neuling I 338 serienmäßig ein Hubbett über dem Fahrerhaus, dahinter schließt sich eine Dinette an. Im Heck gibt es zwei Einzelbetten.

Carthago lässt dem Kunden beim Chic E-Line künftig die Wahl zwischen einem Sprinter- oder dem Ducato-Triebkopf. Beide gibt es optional mit einer Neunstufen-Wandlerautomatik. Das Schlafzimmer kann mit Schiebetüren abgetrennt werden, das Queensbett ist 2,00 x 1,45 Meter groß. In die Heckgarage passt ein Motorroller, ein optionales Beladesystem erlaubt die Mitnahme von Pedelecs mit einer Lenkerhöhe bis zu 1,24 Meter.

Den C-Compactline hat Carthago überarbeitet. Er ist 2,12 Meter schmal, hat einen durchgehenden Doppelboden mit Keller und eine Kabine in Alu-Vollsandwichbauweise mit Dach und Boden in GfK-Sandwich. Da der Carthago C-Compactline rund 20 Kilogramm leichter geworden sein soll, wird er als 3,5-Tonner angeboten. Die beiden Integrierten-Baureihen von Eura Mobil sind künftig mit Hecksitzgruppe zu bekommen. Der Integra Line wirkt durch die fehlende Bugdinette innen groß und wohnlich. Als 760 HS bietet der neue Integra eine Hecksitzgruppe und ein Hubbett mit Einzelliegen im Bug. Bei der gut siebeneinhalb Meter langen HS-Variante des Integra mit Hecksitzgruppe gibt es auf Wunsch sogar einen Kamin in LCD-Technik. Dazu gibt es Einzelbetten im Bug und ein dahinter angeordnetes Raumbad.

Bei Forster kann man relativ günstig in die Welt der Integrierten einsteigen. Die Marke konzentriert sich künftig auf ihre über sieben Meter langen Bestseller. Der Einzelbetten-Integrierte Forster I 741 EB legt um zwei Zentimeter zu, für das Queensbett-Modell 741 QB gibt es ein neues Raumbad. Hymer spendiert der B-Klasse Modern Comfort ein Sondermodell mit der Bezeichnung White Line, aufbauend auf dem Sprinter-Triebkopf und dem Hymer-eigenen Superlight-Chassis. Knaus komplettiert seine Live I-Baureihe. Der neue Integrierte startet mit zwei Grundrissen: Als 650 MEG mit Einzelbetten im Heck und Schwenkwand-Bad oder als 700 MEG mit Einzelbetten im Heck und Vollbad. Serienmäßig gibt es ein Hubbett über den Fahrersitzen. Platz für sechs Personen bietet die Dinette mit Seitensitzbank.

Weinsberg hat mit dem Caracore 700 MEG auf Fiat Ducato seinen ersten Vollintegrierten im Programm. Das serienmäßige Front-Hubbett schwebt statt über der kompletten Sitzgruppe nur über Fahrer- und Beifahrersitz und schafft damit bis zu fünf Schlafplätze. Der 700 MEG soll das größte Raumbad seiner Klasse bieten, im 650 MF gibt es eine Banktoilette. Premium-Hersteller Niesmann + Bischoff optimiert Flair, Arto und Smove. Außerdem ist ab Modelljahrgang 2020 für den Arto und den Teilintegrierten Smove eine 9-Gang-Automatik lieferbar. Für den Flair gibt es auf 927 cm Länge einen neuen Grundriss mit Einzelbetten hinten und XXL-Bad.

Die Arto-Baureihe 77 E rollt jetzt um einen halben Meter verlängert als dreiachsiger Arto 82 E zum Kunden. Alle sieben Arto-Varianten werden künftig auf Wunsch mit einer Face-to-Face-Sitzgruppe offeriert. Dabei bilden Küche und Sofa hinter dem Fahrersitz eine gerade Linie, das schafft mehr Bewegungsfreiheit im Wohnraum.

Morelo spendiert seinem Luxus-Reisemobil Loft ein neues Innen- und Außendesign. Als Chassis kommt weiter der Iveco Daily 70C 18 mit 180 PS zum Einsatz. Der Morelo Loft ist 240 cm breit, 339 cm hoch und zwischen 774 und 904 cm lang.

Text: Gerhard Prien