Viel (Fahr)Spaß im Palast auf Rädern

Souverän durch die kroatische Küstenlandschaft: auch für Micrafahrer kein Problem. Text und Fotos: Claudia Jörg-Brosche

Mein Alltagsgefährt ist gerade mal 3,80 Meter lang, ein winziger Nissan Micra. Doch plötzlich habe ich ungewohnte 7,0 Meter Blech unter mir - am Steuer eines mächtigen Wohnmobils, geliehen von der Firma Gebetsroither. Ziel ist Pag, die kroatische Insel. Der Wetterbericht ist schlecht; eigentlich katastrophal. Macht nichts, denn wir sind in viel rollendem Raum unterwegs und bewohnen den Sun Living A75 DP zu zweit. Er wäre auch für sechs Personen bequem. Während wir auf der Südautobahn Graz entgegenfahren, begleiten uns heftige Windböen (das Wohnmobil ist trotzdem gut steuerbar und macht auch der Micra-Fahrerin keine Probleme!) und der Wetterbericht wird immer schlechter: Sturm- und Regenwarnung für Kroatiens Küste und Inseln. Kurzerhand disponieren wir um - und lernen: Unabhängigkeit und Flexibilität sind die großen Stärken eines Wohnmobilurlaubs. So landen wir statt auf Pag in der Therme Catež im äußersten Südosten Sloweniens samt angeschlossenem Campingplatz. Vom Wohnmobil sind es drei Gehminuten in die warmen Fluten. Nach einer (dank potenter, lautloser Wohnmobil-Heizung) sehr gemütlichen Nacht im 1,0 mal 2,10 Meter großen Kuschelbett geht's südwärts nach Skradin in Kroatien weiter. Hauptattraktion dieses netten Städtchens sind die Krka-Wasserfälle: Ein unglaublich schöner Naturschatz, weit weniger touristisch als die berühmten Plitvicer-Seen.

Küste erreicht

Die Bora ist endlich abgezogen und hinterlässt die Küstenregion reingewaschen, mit glasklarer Luft und imposanten Velebit-Gipfeln. Mit Zwischenstation auf Camping Zaton nahe dem Küstenstädtchen Zadar - der Platz möchte mit seinem Riesenangebot an Bespaßung offenbar Disney Konkurrenz machen - erreichen wir schlussendlich Pag. Bei Ražanac führt eine Brücke auf das langgezogene, karstige Eiland. Die öde Mondlandschaft mit geraden Straßen, kaum Verkehr und bizarren Felsformationen erinnert ein wenig an die Route 66 in den USA. Fahrspaß pur! Nur die großen Trucker fehlen. Definitiv nichts hingegen fehlt auf Camping Straško. Der Nordwesten Pags ist mit Olivenbäumen und Steineichen überzogen. Genau so präsentiert sich dieser schöne Platz: Unter dem Motto "fühle die Natur" verzichtet Straško auf Plastik-Erlebniswelten und asphaltierte Straßen. Dafür gibt es großzügige, idyllische, gepflegte Stellplätze unter Bäumen an einem herrlichen Kiesstrand. Es blüht und duftet allerorts, die Sonne lacht. Wir beziehen einen Platz in erster Reihe, keine 20 Meter vom Türkis glitzernden Meer entfernt. Nein, morgen wollen wir noch nicht nach Hause fahren! Also verlängern wir kurzerhand um einen Tag. Die Flexibilität desWohnmobils - sowie der Firma Gebetsroither - macht das problemlos möglich. Die Pilotin hat sich fahrtechnisch mit den 7,4 m Länge angefreundet und ist urlaubtechnisch derart von der perfekten Kombination Komfort und Naturverbundenheit überzeugt, dass sie bereits Pläne für den nächsten Wohnmobilurlaub schmiedet. Ja, das ist Camping vom Allerfeinsten!

Gebetsroither-Wohnmobile mieten

Wohnmobile für zwei bis sechs Personen ab 133,- Euro pro Tag
Mietstationen in Liezen (Steiermark) und Hagenbrunn bei Wien.
www.gebetsroither.com
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