Carthago C-Tourer T145

Eines vorweg ich habe in meinem Leben fleißig Campingerfahrung gesammelt, allerdings in jungen Jahren ohne mein großes Zutun als "Mitcamper" mit meinen campingbegeisterten Eltern. Schon in jungen Jahren ging es von den üblichen Zielen in Istrien bis an den Peleponnes, angesteuert mit dem legendären T2 VW Bus, ohne Himmelsverkleidung vor allem bei Regen ein echtes Erlebnis, bis hin zum T3 mit Wasserkühler und dem obligatorischen Vorzelt, damals eine echte Innovation.

"Glamping", die luxuriöse Form des Urlaubs, ich finde das Wort keine ansprechende Schöpfung aber was soll's, war für mich absolutes Neuland.

Umso erstaunter war ich ob der professionellen Übergabe und vor allem umfangreichen Einweisung in der Campingworld Neugebauer. Eines war von Beginn an klar, mit Dosenravioli und umständlichem Vorzeltaufbau hat der Carthago C-Tourer ungefähr so viel zu tun wie die Glutamatsuppen beim Chinesen um die Ecke mit der Haubenküche im Steirereck.

Zugegeben, ich habe ich mir das Bedienen eines Campingmobiles einfacher vorgestellt, aber die kompetente Einweisung des Campingworld-Neugebauer Teams beantwortete schnell alle Fragen und ließ mich mit gutem Gewissen Richtung Wien fahren, anfangs noch etwas ungewohnt die Größe, gewöhnt man sich recht schnell an den Umfang des T145, auch das Einparken in Wien ist dank der Rückfahrkamera kein großes Problem.

Mein Plan, einfach meine 70 Quadratmeter Wohnung in mein neues fahrbares Zuhause zu räumen, funktionierte überraschend gut, es ist reichlich Platz und Stauraum vorhanden, und intelligent angelegt. Nach drei Stunden konzentriertem Einräumen kann es also losgehen, auch der Junior kann es schon gar nicht mehr erwarten: Bella Italia, oder besser gesagt Südtirol, wir kommen! Als erste Etappe nehme ich mir Wien - Salzburg vor, ein Halt in Salzburg Kasern bringt nach dreieinhalb Stunden die nötige Erholung nach einem aufregenden ersten Tag. Erstaunt stellt der Nachwuchs am nächsten Morgen fest, wie groß der Kühlschrank ist, und dass sogar sein Lieblingseis im Gefrierfach den Weg mit nach Italien gefunden hat.

Nach einem Muntermacherkaffe gehen wir die zweite Etappe an, bis zum Brenner auch recht flüssig, ab dem südtirolerischen Epan aber mit Dauerstau in Richtung Garadsee. Hier erweisen sich die Sicherheitsgurte an der Rückbank als hilfreich, dem Sohnemann gefällt's, er spielt die zwei Stunden locker durch, und ich komme letztendlich gechillt am frühen Nachmittag am Campingplatz in Torbole an. Der drohende Regen gegen den frühen Abend treibt mir trotz der bedrohlichen Wolken keine Schweißperlen auf die Stirn, mit ein paar Handgriffen ist das Vordach einsatzbereit, Tisch und Stühle aus der "Garage" geholt und das erste Bierchen gezischt. Ich bin überrascht über die Geräumigkeit des C-Tourers und finde auch locker genügend Platz, um annähernd jeden Tag den Gasherd einzusetzen, natürlich darf aber auch die eine oder andere Pizza nicht fehlen.

Die integrierte Satellitenanlage kommt hingegen nicht zum Einsatz, zu reichhaltig ist das Nordende des Gardasees mit Sehenswürdigkeiten und Freizeitaktivitäten gesegnet.

Am Abend düsen dort die Kids bis spät in die Nacht hinein herum und erleben spannende Abenteuer mit Taschenlampen und jeder Menge Fantasie. Unbezahlbar, kein Vergleich zu Apartment, Hotelzimmer und Co.

Neun Tage vergehen da leider viel zu schnell, wehmütig treten mein 4jähriger und ich die Heimreise an, machen noch einen Zwischenstopp in Salzburg und kommen am Sonntag gut erholt wieder in Wien an.

Jetzt weiß ich was es heißt, man habe sein Wohnzimmer immer dabei, egal wie weit es einen trägt!

Gerne nächstes Jahr wieder.