Reisemobil, Van, Wohnwagen: Eine Frage von Geld und Raum

Reisemobil, Van, Wohnwagen:

Von sehr sehr groß bis klein und schnuckelig –Wohnwagen Schwalbennest von Knaus Tabbert. (Foto: Knaus Tabbert)

Eine Frage von Geld und Raum

Weihnachten ist schon lange her, doch die Zeit der Wünsche bleibt. Zumindest für jene, die sich mit fahrbarem Logis auf die Reise machen wollen. Der Camping- und Caravaning Club Austria (CCA) sagt zukünftigen Nomaden, womit es am besten lang geht.

Reisemobil, Van, oder Wohnwagen? Eine Frage von Geld und Raum, schließlich reicht das Preisspektrum von etwa 14.000 Euro bis nahezu unendlich, weiß Christian Schurian, Caravan-Händler und Technischer Sachverständiger aus Kärnten. „Wichtig ist, die persönlichen Verhältnisse bei der Kaufentscheidung mit zu berücksichtigen“. „So könnte es sein, dass man mit einem relativ teuren Van trotzdem billiger fährt, da man dieses Fahrzeug auch als Auto für den Alltag verwenden kann, während es mit dem Reisemobil schwierig ist, seine täglichen Termine zu erledigen. Der vergleichsweise billige Wohnwagen jedoch kann wiederum teuer werden, wenn als Zugfahrzeug erst ein geeigneter PS-starker Pkw angeschafft werden muss“, gibt der Experte zu bedenken.

Hier eine kleine Hilfe für die ersten Kaufüberlegungen.

Reisemobil

Ist es groß genug, kann man ihm auch den Titel „Wohnmobil“ verleihen. Der Anschaffungspreis beginnt mit rund 40.000 Euro, wer es wirklich komfortabel haben möchte, muss wahrscheinlich sechsstellig kalkulieren. Wirklich fein am Reisemobil: man ist in den meisten Ländern nicht unbedingt an einen Campingplatz gebunden – ein Traum für Skandinavien- oder Wüstenreisende. Spontane Reiseentscheidungen oder Routenänderungen zählen zur Kernkompetenz des Reisemobils. Dazu kommt, dass man immer alles mithat. Zimmer, Küche, Nassräume fahren überall hin mit. Nachteil: kein Fahrzeug für die tägliche Fahrt ins Büro oder zum Supermarkt. Dafür auch kein Stellplatzproblem, soferne das Gefährt nicht mit Wechselkennzeichen ausgerüstet ist. Jahreskosten für Kaskoversicherung und Steuern rund 1.800 Euro, für Service, Reparaturen und Reifen im Schnitt rund 700 Euro.

Van

Wer nicht auf prestigeträchtige oder kilometerfressende Autofahrten aus ist, kann den Van als alleinigen fahrbaren Untersatz für Alltag wie auch Urlaubsfahrten verwenden. Dann ist auch sein Preis – kaum unter 60.000 Euro mit entsprechender Ausstattung – nicht mehr so abschreckend. Im Alltags-Fahrbetrieb ähnlich wendig wie eine Pkw-Limousine, wegen der nötigen Einbauten jedoch auf Reisen dann nicht so komfortabel wie Reisemobil oder Wohnwagen. Die Höhe von Service-, Reparatur- und Reifenkosten sind denen eines Pkw ähnlich.

Wohnwagen

Wer einen entsprechenden Stellplatz und auch ein starkes Zugfahrzeug sein Eigen nennt, wird sich schnell mit den meist sehr geräumigen und gut ausgestatteten Wohnwagen anfreunden. Neben geringen Steuern und Abgaben besticht diese „Wohnmöglichkeit“ auch noch durch gute Wintercampingeigenschaften – weniger Kältebrücken als Autos - und die Mobilität dank Zugfahrzeug am Zielort. Gut ausgestattete mittelgroße Wohnwagen sind schon ab 14.000 Euro zu haben. Die Erhaltungskosten lassen Sparmeisters Herz höher schlagen: keine Steuern, etwa 25 Euro Jahres-Haftpflichtversicherung, Vollkasko pro Jahr rund 500 Euro. Achtung: vor allem im großstädtischen Bereich Stellplatzkosten mit kalkulieren!

Motorisierung

Die älteren Modelle haben Standardmotoren mit 75 - 90 PS unter der Haube.

Genug um sein Reisemobil nach Istrien zu bewegen, aber wenn man mehrmals ans Nordkap reisen will, sollte man schon ein Fahrzeug mit mehr Power ins Auge fassen

Aber es gilt ja auch der Grundsatz: „ Man ist im Urlaub und nicht auf der Flucht und vor 30 Jahren sind wir auch mit 50 PS und Anhänger bis nach Griechenland gefahren …“

Bei aktuellen Fahrzeugen beginnt die Motorisierung ab ca. 115PS mit reichlich Luft nach oben.

Vor allem bei schweren Fahrzeugen, oder bei besonderen Einsatzzwecken (z.B. Fahrzeug und Anhänger) macht es schon Sinn, auch eine entsprechende Motorisierung zu wählen.

Gebrauchte: Worauf Sie achten sollen

Wer mit niedrigen Kosten in die Caravanwelt einsteigen möchte, ist mit einem Gebrauchten gut beraten. Die österreichischen Fachhändler haben meist günstige und solide Angebote parat.

Ganz Vorsichtige können sich einfach einmal einen fahrbaren Urlaubsuntersatz mieten. Wer dabei auf den Geschmack kommt, hat dann schon eine erste persönliche Erfahrung hinter sich.

Tipps vom Experten:

 

  • Einen Ankaufstest beim ARBÖ machen lassen.
  • Nie unter Zeitdruck kaufen.
  • Bei gutem Tageslicht kaufen – dann sieht man auch Mängel besser.
  • Fahrzeugpapiere: müssen vollständig und aktuell sein.

Eine umfangreiche Checkliste für den WoMo-Kauf und für den Gebrauchtfahrzeugkauf finden Sie hier.

Wir danken unserem Experten Christian Schurian, www.caravan-schurian.at, für die Checkliste und die vielen guten Tipps!