Caravan Salon Düsseldorf: Trendwärts

Trendwärts

Text: Hans Gillitzer

Der CARAVAN SALON DÜSSELDORF 2015 hat alle Erwartungen übertroffen und konnte das Rekordergebnis des Vorjahres noch einmal deutlich steigern. „202.000 BesucherInnen waren im September gekommen, um das Neueste vom Neuen zu erfahren.

ACHTUNG: DIE HIER IM BERICHT GENANNTEN PREISE SIND VOR-ORT-PREISE AUS DEUTSCHLAND UND NOCH NICHT ÖSTERREICHISCHE ENDVERBRAUCHERPREISE! DAS GILT AUCH FÜR UNSERE BERICHTERSTATTUNG IM CCA-JOURNAL! Die Redaktion.

Noch leichter, noch sicherer, noch komfortabler: Der neue Jahrgang der Freizeitmobile will viele und zum Teil widersprüchliche Ziele unter einen Hut bringen.

Ein paar Zahlen: Die Staatsschuldenkrise hat tiefe Spuren in die europäische Zulassungsstatistik gegraben. Seit 2007 mit 120445 Wohnwagenneuzulassungen ging es stetig bergab auf 65118 im Jahr 2014. Die Reisemobile rutschten von 90161 im Jahr 2008 auf zuletzt 72154.

Doch seit Jahresbeginn wuchs der Optimismus der deutschen Hersteller, die mit rund 50 Prozent Exportanteil in ganz Europa tonangebend sind. Diese Zuversicht war berechtigt: zehn Prozent Zuwachs in Deutschland bei den Reisemobilen und, eine Überraschung, auch bei den Wohnwagen.

Zu den Produkten: Leichtbau bleibt ein Thema besonders bei den aufgebauten Wohnmobilen, gleichzeitig wachsen die Komfortansprüche der Käufer von Integrierten, Teilintegrierten oder Alkovenfahrzeugen. Daneben steigt die Nachfrage nach Kastenausbauten rasant, doch nicht alles, was kleiner und spartanischer aussieht, ist tatsächlich leichter als die konventionellen Angebote.

Wohnwagen

Wie Plattformstrategie bei Wohnwagen geht, demonstrieren Hobby und Fendt schon lang. Die europäischen Marktführer, beide im Besitz von Hobby-Gründer Harald Striewski, denken das Angebot von den Grundrissen her, aus denen die Baureihen zusammengestellt werden. Wobei diese Serien Design- und Ausstattungslinien für unterschiedliche Zielgruppen sind.

Bei Fendt haben der scheidende Geschäftsführer Klaus Förtsch und sein Team diese Technik zur Perfektion entwickelt. Ein Tipp: Man beachte die Gestaltung der Wand am Kopfende der Betten. Je hochwertiger die Baureihe desto mehr Ablagen, Lampen, Stromanschlüsse finden sich hier.

Dieser Rahmen muss Neuerungen erlauben. Bei Fendt hat der im Januar als Sonderedition präsentierte Typ 495SFE mit der quer im Raum platzierten Küche so gut eingeschlagen, dass er in die Familie Bianco Selection aufgenommen wird (ab 21.490,- Euro).

Diese Serie wird auch ergänzt um den handlichen Reisecaravan 435SF mit französischem Bett vorn und Seitendinette hinten (18990 Euro). In der Basisbaureihe Saphir debütieren zwei Typen von Großraumanhängern mit Bad quer im Heck (jeweils ab 27.490,- Euro). Und der ebenfalls neue Saphir 515SKE (ab 20.790,- Euro) hat vorn ein Etagenbett mit Sitzgruppe für die Kinder.

Aus fünf bewährten Grundrissen mixt Hobby die neue Baureihe De Luxe Edition, die innen mit dem Kontrast zwischen hellem Ahorndekor und anthrazitfarbenen Möbelfronten samt schwarzen Griffen überrascht (ab 15.610,- Euro).

Aller Normierung zum Trotz will Dethleffs seinen Ruf als Trendsetter verteidigen. Also gibt es die c`trend (ab 14500 Euro) jetzt mit einem Style-Paket (1199 Euro Aufpreis) außen in knalligem Blau, Orange oder Grün. Die Farbwahl außen setzt sich innen an Vorhängen und Polstern fort.

Wesentlich dezenter tritt die Beduin-Klasse auf, die mit Coupé-Einstieg und 70 cm breiter Tür, Verbesserungen in den Küchen und ausziehbarem Schuhfach am Eingang noch einmal optimiert wurde (ab 26.900,- Euro).

Die neue Spitzenserie Exclusiv mit 2,5 m Wagenbreite entspricht dem Grundrissangebot des Beduin, bei dem es aber einen 230er zusätzlich gibt.

Bürstner präsentiert die Einsteigerserie Premio in komplett neuer Form. Sieben Grundrisse, allesamt als Topseller längst im Markt eingeführt, stehen ab 13.690,- Euro zur Wahl. Kantige Möbelformen zeigt der Hubbett-Wohnwagen Premio plus 510 TK (ab 16.990,- Euro).

Und bei LMC ist die Basisreihe Style mit sechs Grundrissvarianten ab 14.990,- Euro Spielfeld der Hymer-Strategen. Wie der Bürstner Premio bekommt er wesentlich dezentere Möbeldekors als der im Januar 2014 erstmals vorgestellte farbenfrohe Dethleffs c`go, der quasi Kern des Trios ist und aktuell ab 12600 Euro kostet.

Nach Fendt-Manier strukturiert LMC die anderen drei Caravan-Reihen. Der stark modifizierte Musica bietet mit 16 Grundrissen die größte Auswahl, Vivo und Maestro sind unterschiedlich bestückte Ausstattungslinien mit reduzierter Grundrisszahl. Preise am Beispiel des Typs 470D: als Vivo 19.390,- Euro, als Musica 20.440,- und als Maestro 22.480,- Euro.

Die Hymer-Wohnwagensektion Eriba hat die Baureihe Exciting runderneuert und dabei Elemente aus der Nova-Serie in die Preiskategorie ab 16.990,- Euro überführt. Im Kultcaravan Touring gibt es jetzt eine Einzelbettenversion (20.490,- Euro).

Knaus reanimiert den Sport&Fun aus den 1990er Jahren, der auch als ATU-Tango Furore gemacht hat. Ohne die Transportzwecke aus den Augen zu verlieren, ist er nun wohnlicher, komfortabler gestaltet.

Es bleibt bei der großen Hecktür und dem riesigen Stauraum unter dem höhenverstellbaren Doppelbett vorn. Die L-Sitzbank lässt sich teilweise demontieren, sodass 3 m Ladelänge in der Fahrzeugmitte direkt über der Achse frei werden. Preis: ab 15990 Euro.

In der Wohnwagenabteilung von Weinsberg gefällt das Cara-Kids-Paket für Etagenbett-Modelle. Gegen 799,- Euro Aufpreis gibt es dann zum Beispiel ein besonders hohes Querbett für die Erwachsenen vorn.

Reisemobile

Standardisierung kann an Grenzen stoßen, wie das Kastenausbau-Duo Pössl/Globecar aktuell demonstriert. In der neuen Saison bleibt es bei den identischen Grundrissen, doch Globecar will etwas mehr Exklusivität bieten.

Der neue Einzelbettenwagen 600L Revolution kostet auf dem 6-m-Ducato als Pössl 43.700,- Euro und bei Globecar 300,- Euro mehr. Ausstattungspakete vergrößern den Abstand bei Preis und Wertigkeit, bis hin zu Rahmenfenstern im Globecar.

Die Marke Pössl, vor 25 Jahren bewusst mit dem Blick auf preissensible Käufer aufgebaut, unterbietet sich künftig mit drei Modellen der neuen Marke Roadcar, die in der Preisklasse um 30.000,- Euro antreten.

Bürstner hat die Hubbetten in Teilintegrierten salonfähig gemacht und viele Nachahmer gefunden. Das war in der Querbettversion. In der neuen Saison kommt der Ixeo als Längsschläfer zu Preisen ab 58.890,- Euro auf den Markt.

Weil die Hymer-Strategie es so will, bietet Dethleffs die Langschläferversion aus Kehl mit identischen Grundrissen und abgewandelter Ausstattung seit Düsseldorf zu Preisen ab 59.890,- Euro an. 4-travel heißt das gute Stück.

Die Truppe in Isny präsentiert außerdem die komplett erneuerte Esprit-Baureihe mit Integrierten (ab 78.500,- Euro) und grundrissgleichen Teilintegrierten (ab 68.500,- Euro), an denen zuerst die 70 cm breiten Türen auffallen.

Die Einsteiger-Serie Trend trägt ebenfalls ein komplett neues Interieur mit zwei Holzdekors zur Auswahl. Dethleffs verspricht 213 cm Innenhöhe. Die Teilintegrierten (4 Versionen) kosten ab 44.000,- Euro, die zwei Alkovenmobilvarianten ab 45.500,- Euro. Ein Hubbett ist in den Teilintegrierten als Extra zu ordern, im T6757 ist es als Einzelbett geformt.

Die 215 cm schlanken Integrierten (ab 58.500,- Euro) und Teilintegrierten (ab 50.000,- Euro) der Dethleffs-Reihe Globebus bekommen den Namenszusatz Active und eine erheblich erweiterte Serienaustattung. Je fünf Varianten sind im Angebot.

Bürstner hat die Oberliga-Integrierten erneuert. Die drei Aviano-Typen bleiben unter 3,5 to und sollen dennoch etwa 450 kg Zuladung möglich machen (ab 67.190,- Euro). Flaggschiff ist jetzt die Serie Elegance mit vier Versionen ab 80.990,- Euro.

Mit den 2,1 m breiten Brevio will Bürstner den Kastenwagen Paroli bieten. Die drei Versionen von 5,99 und 6,53 cm Länge bekommen im Heck entweder Festbetten oder ein Hubbett, das jede Menge Laderaum ermöglicht (ab 42.990,- Euro).

Hobby reduziert die Baureihe Siesta in der neuen Saison auf Alkovenfahrzeuge in drei Versionen (ab 46.400,- Euro). Unter dem Namen Vantana rollen fünf Varianten von Kastenausbauten ab 39.850,- Euro an.

Das Spitzensegment bilden die teilintegrierten Optima-Reisemobile ab 48.550,- Euro, die im 2,16 m breiten Van-Format mit zwei Grundrissen sowie auf 2,33 m Breite mit acht Typen antreten.

Hymer bringt mit dem reaktivierten Van ein Reisemobil von nur 5,45 m Länge mit Heckquerbett auf den Markt. Die Masse in fahrbereitem Zustand soll unter 2,5 to bleiben (ab 48.990,- Euro).

Knaus gönnt sich nach längerer Pause wieder einen Liner: Der 8,82 m lange Sun I900 rollt auf Fiat Ducato samt Al-Ko-Tandemchassis in die 5-to-Klasse und kostet ab 96.800,- Euro. Ein geschicktes Außendesign kaschiert diese Masse, innen gibt ein moderner hochwertiger Ausbau die Richtung vor.

Forster, die junge Einsteigermarke von Eura-Mobil, hat künftig auch integrierte Reisemobile in der Preisklasse um 60.000,- Euro zu bieten. Einen ähnlichen Weg geht Premiumhersteller Carthago mit seiner Mittelklassemarke Malibu: Zu den Ducato-Ausbauten gesellen sich teil- und vollintegrierte Fahrzeuge, die ebenfalls in der 60.000,- -Euro-Kategorie angreifen.

Die Trigano-Marken Chausson und Challenger überraschen mit einem kompakten Reisemobil mit Längshubbett. Darunter steht mitten im Raum eine Sitzbank, die mit den Fahrerhaussitzen, mit Längsbänken außen und einem Tisch eine großzügige Wohnlandschaft formt. Der Newcomer ist wahlweise auf Fiat Ducato oder Ford Transit zu bekommen. Preis als Chausson 620: ab 47.590,- Euro.

Campingbusse

Der T6 von VW behält die technischen Abmessungen des T5 bei, folglich unterscheidet sich das Wohnabteil des California von VW-Nutzfahrzeuge nur in Details vom Vorgänger. Das Bett im Aufstelldach bietet 2 x 1,2 m Liegefläche. Unten bleibt es bei der schlanken Küchen- und Schrankzeile auf der Fahrerseite sowie der klappbaren Sitzbank (ab 50.400,- Euro).

Ququq stellt der Kombi-Box, mit der man in wenigen Minuten einen Hochdach-Kombi in ein Mini-Reisemobil verwandeln kann, die Bus-Box für Kleinbusse oder Transporter zur Seite. Mit Zweiflamm-Kocher, Wasserkanistern, Kaltschaummatratze und mehr kostet sie ab 2.790,- Euro. Informationen: www.ququq.info, Telefon +49/2324/597740.

Westfalia offeriert auf VW T6 den Typ Kepler, benannt nach dem Astronom Johannes Kepler, mit einer L-Sitzgruppe hinter dem Fahrersitz, mit Bett im Aufstelldach, Toilette hinten und einem Küchenblock an der Schiebetür (ab 49.500,- Euro). Als Jules Verne auf Mercedes-Benz Vito kostet dieser Typ 51.900,- Euro.