Unsere Irlandreise

Unsere Irlandreise

Irlands Landschaft ist eine lange Reise wert. Foto: Irlandtourismus

15.08. – 06.09.2013

Hans-Peter Eckel hat uns diesen umfangreichen interessanten Reisebericht zur Verfügung gestellt.

Nach der Anreise von der Steiermark durch Westösterreich, Süddeutschland und Frankreich sind wir in Cherbourg, Westfrankreich – zirka 1700 km – angekommen. Am 15.08.2013 gegen 14 30 Uhr haben sich nach und nach die Teilnehmer – 9 Paare aus Österreich und 5 aus Deutschland – mit ihren Wohnmobilen im Fährhafen von Cherbourg eingefunden. Um 15 Uhr hat uns der Reiseleiter, Herr Siegfried Wagner, Eigentümer von SIWA-Tours, im weiteren kurz „Siggi“, begrüßt und erste Erklärungen und Anleitungen zu der bevorstehenden Reise gegeben. Er machte vom ersten Moment an einen sympathischen und zuverlässigen Eindruck.

15.08.2013 Einschiffung in die irische Luxusfähre „Oskar Wilde“ gegen 17:20 Uhr, Ablegen des Schiffes gegen 18:20 Uhr.  Das Schiff verfügt über einige Speiserestaurants, Duty -free Shop mit guten Einkaufsmöglichkeiten und Bars mit Abendshows. Die Überfahrt fand bei ruhiger See statt.

16.08. Gegen 6:35 Uhr ein schöner Sonnenaufgang. Ankunft in Rosslare gegen 11:40 Uhr. Wir fahren gleich von der Fähre Richtung Dublin. Man gewöhnt sich bald an den Linksverkehr. Einige sehenswerte Stellen – The meeting of the waters (es kommen 2 Flüsse mit bräunlichem Wasser inmitten einer reizvollen Umgebung zusammen)  fahren über höher gelegene Straßen  (480 m ist für Irland schon sehr hoch) kommen in den Ort Hollywood, bei einer beschaulichen Seenlandschaft vorbei  und sind  gegen 20:30 Uhr im Camping Camac Valley in Clondalkin bei Dublin. Siggi gibt bei  Bier und Wein erste Erklärungen über die Reise und die Routen. 248 km

17.08. 9 Uhr mit einem organisierten Bus nach Dublin in Begleitung einer  englisch sprechenden Führerin – Siggi übersetzt. Wir besichtigen zuerst ein Botschaftsviertel, steigen bei der Universität aus, besuchen deren Innenhöfe, dann geht‘s durch die Altstadt mit eindrucksvollen Bauten, urigen Pubs. Nach dem Mittagstisch zur St. Patrik Kathedrale. Es ist heute ein arbeitsfreier Samstag und es sind jede Menge Menschen unterwegs. Nachmittag fahren wir auf die Halbinsel Howth, dort steht auf einem Abhang ein Leuchtturm und zuletzt besuchen wir den Ort Howth, einem netten Fischer-dorf mit Jachthafen. Das war der östlichste Ort unserer Reise.

18.08. Wir fahren Vormittag mit einigen Leuten wieder mit dem Bus nach Dublin, schlendern durch die belebten Straßen, besuchen den berühmtesten Pub die Temple Bar, genießen dort ein Guiness, essen einen Snack und hören live irische Songs. Besuchen noch einige der zahlreichen Kirchen und gehen bei vielen Straßenmusikanten vorbei durch eine der belebten Fußgängerzonen. Bei sehr starkem Verkehr fahren wir gegen 18:30 Uhr mit dem Bus wieder in unser Camp. Wir sitzen mit den inzwischen bekanntgemachten Teilnehmern eine Weile nett beisammen.

19.08. Um 9 Uhr erklärt uns Siggi die heutige Route und die Treffpunkte. Abfahrt um 10:15 Uhr  über gut beschilderte Straßen nach New Grange. Gegen 14 Uhr Besichtigung der weltberühmten Ganggräber/Grabhügel, die in der Zeit um 3200 v. Ch. errichtet wurden und fahren gegen 17 Uhr nach Ballykeeren ins Camping Longe Ree der an einem See gelegen ist. Abends gehen wir gemeinsam in eine nahegelegene Pizzeria – zwar nicht typisch für Irland, war aber nett. 185 km

20.08. Abfahrt mit Bus um 8:30 Uhr nach Clonmacnoise. Besichtigung der frühchristlichen Kloster-ruine, die am Shannon liegt, dem längsten Fluss  Irlands. Zahlreichen Gräber und der neue Friedhof  befinden sich gleich daneben. Kurze Filmvorführung in deutscher Sprache.
Wieder im Camp kurze Besprechung mit Siggi und Weiterfahrt um 12:15 Uhr über Roscommon  nach Boyle, sehr schmale Straßen und sind gegen 15 Uhr im Key Forrest Park einem sehr rustikalen aber romantischen Campingplatz Lough Key bei Boyle. Wir stehen in einer Nische im dichten Wald, der einen urwaldähnlichen Charakter hat. Gegen 19 Uhr gemütliches Zusammensein bei  Grillwürstel, Bier, Wein und Schnaps. Gegen 22 Uhr Ende der Party.  90 km

21.08. Fahren um 9:45 Uhr nach Sligo, nettes Städtchen, schöne Altstadt, Ruine einer Abtei aus dem Jahre 1252. Nach 13 Uhr geht’s weiter auf den bisher schönsten Campingplatz Greenland auf Rosses Point bei Sligo, dem nördlichsten Gebiet unserer Reise. Heute immer wieder leichter Regen und nieseln, aber über 15 Grad. Abends gehen alle Teilnehmer in ein nahes Fischlokal. Zuletzt schließen wir, Siggi und einige wenige Gruppenteilnehmer den Tag in einem Pub bei Guiness ab. 53 km

22.08. Fahren um 9:45 Uhr nach Foxford. Großer Shop, Filmvorführung über Geschichte der Weberei und Besichtigung der Wolle-Erzeugung und Wollprodukten.  Nach 14 Uhr weiter durch karge aber interessante Gegenden, viele Schafe, bescheidene Landwirtschaften. Weiter nach Achill Islands zum kleinen Ort Keel /Sandybanks Camping. Einem Platz im äußersten Westen Irlands. 200 km

23.08. Heute bleiben wir auf diesem direkt neben dem Atlantik gelegenen Platz stehen. Schöner, breiter  Sandstrand, viele Surfer, relativ hohe Wellen. Ich gehe mit Siggi und einer kleinen Gruppe auf die nahe gelegenen Erhebungen (150 – 200 Meter hoch) und umrunde diese. Wir  treffen auf viele Schafherden und kommen  vorbei  an zahlreichen Torfstechereien (Torf ist auch noch heute ein wichtiger Brennstoff im Winter), die Wanderung dauert 2 ½ Stunden, wir legen 10 Kilometer zurück.

24.08. Fahren um 9:55 Uhr über Newport  zu einer tatsächlich hohen  Erhebung dem heiligen Berg Islands, dem Croagh Patrik mit immerhin einer Höhe von 762 m. Ein Aufstieg wird durch einsetz-enden Regen verhindert. Auch beim pompösen Landsitz bei Westport House (errichtet 1731)  leider ein Wolkenbruch.  Weiter über den Doo-Lough-Pass wo ein Gedenkstein über ein Drama aus dem Jahre  1849 erinnert. Regierungsbeauftragte lockten etwa 600 fast verhungerte Menschen zu einer Hütte am Doo-Logh See mit dem Versprechen sie bekämen Essen. Tatsächlich haben sie selber die Vorräte bereits aufgegessen, die Hungernden mussten unverrichteter Dinge wieder zurück, viele kamen im Schneesturm um. Bei  Wasserfällen eines Flusses vorbei, besuchen wir die Kylemore Abbey einem Märchenschloss ähnlichen imposanten Gebäude, in der heute Benediktinerinnen untergebracht sind, anbei weitläufige Grünanlagen der Gothic Church einer Minikirche. Daneben das Mausoleum der verstorbenen Gattin des Erbauers der Anlagen. Der Campinglatz  Shanaheever bei Clifden ist eher bescheiden und eng. 163 km

25.08. Fahren um 9:30 Uhr wieder über Clifden nach Roundstone. Im Visitor-Center Ziegenfell-Trommelwerkstätte.  Fahren weiter über einsame und sehr schmale Küstenstraßen nach Galway. Wieder sehr gepflegter Campingplatz in Salthill. Nachmittag fahren alle mit dem öffentlichen Bus nach Galway, einem pulsierenden, netten Städtchen. Viel e Menschen in der Fußgängerzone der Shop Street, mitten drinnen  Lynch’s Castle , heute ist eine Bank darin unter gebracht. (Im 15. Jahrhundert musste der damalige Bürgermeister Lynch seinen straffällig gewordenen  Sohn selbst hinrichten, da kein Scharfrichter  bereit war die Hinrichtung zu vollziehen; der Begriff " lynchen" hat seinen Ursprung durch dieses Ereignis) Zahlreiche Straßenmusiker und Artisten erfreuen Massen an Zuhörern  bzw.  Zuschauern mit ihren Künsten. Am Abend treffen sich alle Teilnehmer im berühmten Pub Quay’s zum Abendessen. Mit Bus retour zum Camp. 128 km

26.08. Wir und einige andere fahren nochmals mit dem Bus nach Galway, schlendern durch die Altstadt, Einkauf im imposanten Shopzentrum mit tollen Geschäften. Fahren gegen 16 30 Uhr über Umfahrung von Galway nach Kinvara. Das gut erhaltene Dunguaire Castle ist der Mittelpunkt des kleinen Ortes mit einem netten Hafen und einigen Pubs. Wir haben heute keinen Campingplatz, sondern stehen am Parkplatz vom Castle. (ohne Strom und Wasser)
Von 20:30 Uhr bis 22:30 Uhr im Castle mittelalterliches Bankett, begleitet von einer Vorführung einer kleinen Gruppe mit Harfenklängen inmitten ehrwürdiger, steinerner Räumlichkeiten;  alles sehr engagiert arrangiert. 37 km

27.08. Fahren um 9:10 Uhr über teils steile schmale Straßen auf Riesenparkplatz zu den Cliffs of Moher. Wandern über 1 ½ Stunden an den steilen Klippen entlang, besteigen eines Aussichtsturmes. Vor uns nur mehr Atlantik. Weiter um 13 Uhr nach Bunratty, besuchen im Folk Park das imposante alte Castle, auf den Türmen tolle Aussicht.  Gehen durch ein Dorf, welches aus Gebäuden und Anlagen besteht, die aus dem ganzen Land hierher gebracht wurden. Stehen am Abend auf einem  
kleineren aber netten,  privat geführten Campingplatz .  116 km

28.08. Fahren um 10 Uhr  nach Limerick. Besichtigung des gut erhaltenen und vor einiger Zeit renovierten King Jones Castle, einer beindruckenden  Anlage mit mehreren Türmen, der höchste bietet einen herrlichen Rundblick. Fahren nach 13 Uhr weiter nach Tralee, einem hübschen Städtchen mit engen Straßen und dem Kerry County Museum. Im 1. Stock eine Bildergalerie über das Irland zum Beginn des 20. Jahrhunderts, alte Gewänder , Bilder von Tom Crean einem Wegbegleiter von Captain Scott bei der Antarktisexpedition und vieles mehr. Im Untergeschoß ist eine Dorfstraße aus dem Jahre 1450 nachgestellt, akustisch mit Alltagsgeräuschen (Hundegebell, Schmiede etc.)  begleitet; sehr anschaulich. Weiter nach Dingle zum Oratoric House Camp einem netten, gepflegten Platz, wo die Besitzerin großen Wert darauf legt, dass ja niemand auf ihren einmaligen Rasen fährt. 198 km

29.08. Gehen alle gegen 9 Uhr zum nahegelegenen Gallarus Oratorium einer nur aus Steinen errichteten Kirche. Abfahrt um 10:30 Uhr über die schmale und kurvenreiche Küstenstraße entlang sehr  steiler Klippen. Die Straße wird in der Regel nur im Uhrzeigersinn befahren, da  Ausweich-manöver nur schwer möglich sind. Am Aussichtspunkt des Sea Head gibt es ein riesiges Visitor-Center mit Filmvorführung. Wieder retour über Dingle haben wir den Ring of Kerry erreicht, der angeblich schönsten Küstenstraße der Welt. Sind gegen 14 20 Uhr auf einer riesigen Sandbank (Inch Beach), wo sich ein sehr breiter (über 300 Meter) steinharter Sandstrand befindet. Einige Fahrzeuge, auch Wohnmobile stehen direkt am Strand vor dem Atlantik. Weiter über Cahersiveen zum Camping Maurix Point, einem gepflegten Platz direkt am Atlantik. Bleiben bis 1.9. auf diesem Platz. 145 km

30.08. Abfahrt um 9:55 Uhr mit einem Bus auf Valentia Island, Besichtigung Visitor Center, Filmvorführung.  Retour nach Cahersiveen in einem Restaurant gemeinsames Mittagessen (Lachs und Apfelkuchen – sehr gut, dazu 1 Guiness) Gehen durch das langgestreckte Dorf, Besichtigung einer großen Kirche, eine kleinere wird an messefreien Tagen zu einem Cafe umfunktioniert. Am Abend gemütliches Zusammensein bei Bier und Wein. Siggi schießt ein recht nettes Feuerwerk ab. Bleiben bis 23:50 Uhr zusammen.

31.08. Einige und wir fahren um 11 Uhr mit dem Bus wieder nach Valentia Island. Um 11:45 Uhr fahren wir mit einem zirka 10 Meter langen Motorboot zu zwei aus dem Atlantik ragenden imposanten Inseln zirka 12 km von der Küste entfernt – die Little Skellig ist der Nistplatz für tausende verschiedene Vögel (größte Brutkolonie von Tölpeln, auch Kormorane, Papageientaucher und andere) und die daneben liegende Skellig Michael auf der zum Gipfel 440 Stufen führt und dort eine früh-christlich errichtete Klosteranlage steht. Bei der Hinfahrt herrschte schon  ein sehr starker Seegang, beim Retourfahren ziemlich hohe Wellen, die einigen an Bord zu schaffen machten. Sind gegen 14 Uhr wieder auf sicherem Boden. Kaufen noch Souvenirs im Shop.

1.9. Abfahrt um 9:45 Uhr über den Ring of Kerry, wo die Küstenstraße einige tolle Aussichtspunkte bietet und wieder steile Klippen zum Atlantik abfallen. Weiterfahrt über Streen auf hoch gelegenen Straßen nach Moll’s Gab und zur atemberaubenden Aussichtsstelle Ladies View. Weiter über ganz enge Straßen nach Killarney einem auf Tourismus aufgebauten Kleinstädtchen, gepflegtes Castle und jede Menge Hotels wo wir in einer pubähnlichen Bar ein sehr gutes Mittagessen genießen. Wir passieren anschließend den über sehr schmale Serpentinenstraßen gelegenen Healy Pass, der zwar nur 298 Meter hoch ist aber hochalpinen Charakter hat. In Bantry kommt der Verkehr durch eine Veranstaltung (es ist ein Sonntag) stellenweise zum Erliegen, erreichen aber über Skibbereen den sehr schön gelegenen Campingplatz Hideaway, mit den bisher besten Sanitäranlagen. Wir sind jetzt am südlichsten Punkt unserer Reise angelangt.  236 km

2.9. Abfahrt um 10 Uhr. Noch in der Nähe des Campingplatzes Einkauf in einem Supermarkt, in dem ab 10 30 Uhr kein Alkohol verkauft werden darf (Eine irische Besonderheit). Weiter in die schön gelegene und originelle Hafenstadt Kinsale; Feinschmeckerstadt mit etlichen Spitzenlokalen, großer Yachthafen, wir machen einen Stadtrundgang. Gegen 13 30 Uhr fahren wir über diesmal schöne Straßen auch teilweise Autobahnen nach Middleton. Siggi macht das traditionelle Gruppenfoto vor einem Whisky- Brennkessel. Wir besichtigen die Jameson Whisky-Destillerie, sehr interessante Einblicke in die Erzeugung, zuletzt Whisky-Verkostung .  Der wieder privat geführte Campingplatz Clonville bei Clonpriest ist eher klein, aber die Besitzer sind fürsorglich um uns bemüht. Schönes Wetter mit prächtigem Sonnenschein ist vorhanden und es stellen die meisten von uns Tische und Sessel raus und bald sitzen alle bei uns und es ist bei diversen Getränken sehr gemütlich bis 0:00 Uhr. 151 km

3.9. Abfahrt 9:30 Uhr, vor Tallow müssen wir wegen Sperre des Ortes – es findet ein Pferdemarkt statt – einen Umweg über Lismore, einer liebenswürdigen Kleinstadt  mit Miniaturkirchturm machen, fahren weiter über den Pass Vee, der wieder einen traumhaften Ausblick bietet; ein Stück darunter ein türkisfarbener Bergsee,  nach Caher. Von dort weiter nach Cashel wo wir das  70 Meter hoch-aufragende  Rock of Cashel auf einem Felsen befindlich, einer Ruine mit nur teilweise erhaltenen Räumen besichtigen können. Weiter geht es über Tipperary  zum Camping Ballinacourty House, einer wieder sehr gepflegten Anlage. Am Abend  erhalten wir im zum Platz gehörenden Restaurant  ein gutes 3-gängiges Menü, dazu Weißwein. Nette Unterhaltung bis 22 Uhr. 138 km

4.9. Abfahrt um 9:40 Uhr nach New Ross. Hier steht im Hafen das nachgebaute Auswandererschiff „DUNBRODY“.  12 Uhr Besichtigung an Bord mit vorheriger Filmvorführung. Auswanderungswillige Iren samt Familien werden unter unmenschlichen Bedingungen mit diesen Schiffen nach Übersee gebracht. Viele überleben die Überfahrt nicht. Wir fahren weiter zu unserem letzten Campingplatz in Irland  zum Camp St. Margarets auf Lady’s Island einem sehr schönen Platz.  Ab 18 Uhr organisiert Siggi den Abschiedsabend, an dem wir uns alle mit unseren Tischen und Sessel im Kreis aufstellen, Speisen und Getränke bereit stellen und sich jeder wo ihm beliebt bedienen kann. Nette Unter-haltung und Stimmung bis 0:00 Uhr. 163 km

5.9. Abfahrt um 12:40 Uhr zum nahe gelegenen Fährhafen in Rosslaire. Einschiffung gegen 15:30 Uhr. Unsere Fähre, wieder die „Oskar Wilde“ , legt um 16:10 Uhr ab. Am Abend sitzen wir noch alle bis
23:40 Uhr in der Bar zusammen und lassen die tolle und unvergessliche  Reise noch einmal Revue passieren. 8 km

6.9. Am Vormittag schwankt das Schiff, bedingt durch einen bewegten Seegang, leicht. Die Fähre legt um 10:30 Uhr in Roscoff – Frankreich an.
Gegen 11 Uhr allgemeine Verabschiedung. Wir fahren weiter nach Südfrankreich.

Land und Leute

Irland wird zu Recht  als die grüne Insel bezeichnet. Es gibt ausgedehnte Wiesen und Weideflächen, sowie einen reichen Baum- und Buschbestand. Wir haben relativ wenig landwirtschaftliche Betriebe gesehen.

Die Iren sind fast ausschließlich nette und freundliche Menschen. Wenn man um Auskunft bittet wird man spontan sehr ausführlich und herzlich um das Gefragte unterrichtet. Allerdings ist bei einigen eine gewisse Schwermut zu bemerken, was vermutlich mit den Vorkommnissen in der Vergangenheit begründet ist. Irland war immer von verschiedensten Aggressoren wie Normanen, Wikinger und zuletzt von den Engländern besetzt. Neben recht munterer Folklore-Musik gibt es sehr nachdenklich stimmende, sentimental-traurige aber wohl klingende Musik wie „The Town I Loved So Well“ von Phil Coulter die vom Schicksal seiner Geburtsstadt Derry in Nordirland handelt und in dem es um den Nordirlandkonflikt geht oder „The Fields of Athernry“ von Pete St. John das die irische Hungersnot von 1846 -1849 zum Inhalt hat.

Straßen und Verkehr

An den Linksverkehr hat man sich sehr schnell gewöhnt. Es gibt sehr gute Autobahn- und Schnell-straßenverbindungen, wir waren aber die meiste Zeit auf Bundes- und Landesstraßen unterwegs und die waren teilweise sehr schmal, auch manche Ortsdurchfahrten waren eng und erlaubten nur Schritttempo; auch hier waren die meisten Iren besonders rücksichtsvoll und freundlich. Einige wenige irische Autofahrer waren allerdings viel zu schnell auf den schmalen Straßen unterwegs und man musste sehr häufig ganz nach links ausweichen wo meist Buschwerk und Äste vorhanden sind und die meisten Teilnehmer unserer Gruppe klagen über Kratzspuren auf der gesamten linken Fahrzeugseite. Verwundert waren wir über die Verkehrsschilder  mit denen eine Geschwindigkeitsobergrenze von 100/km gestattet  wird und die unverständlicherweise dort aufgestellt waren, wo die Straßenverhältnisse maximal eine Höchstgeschwindigkeit von  60-70 Km/h erlaubten. Auf einer Straße bemerkten wir nach einander stehend  zahlreiche weiße Kreuze, wir hörten später dass dies die Todesstrecke für Motorradfahrer wäre.

Kulinarisches

Entgegen Gerüchten, dass die Küche in Irland nicht besonders unseren Geschmack trifft, waren wir von der Qualität und Geschmacksrichtung beim Essen in allen von uns besuchten Lokalitäten sehr positiv angetan. Das Guiness-Bier ist zwar gewöhnungsbedürftig, schmeckt aber von Mal zu Mal besser.

Klima

Man hört immer wieder in Irland regnet es täglich mindestens einmal.  Wir waren im Spätsommer unterwegs, können aber berichten, dass sich die Regenhäufigkeit in Grenzen hielt. Wir hatten einen Tag an dem es unentwegt regnete, aber sonst an 3 – 4 Tagen kurze Regengüsse. Die Temperatur hat nur 1 – 2 Mal die 15 Grad- Grenze unterschritten.

Reiseleitung

Siggi ist ein erfahrener und umsichtiger Irlandkenner.  Jeden Tag – meist um 9 Uhr morgens – hat er die Gruppe über die zu fahrenden Strecken ausführlich unterrichtet, uns auf Gefahren auf der Route und zu besuchende Sehenswürdigkeiten hingewiesen; auch gemeinsame Besichtigungen wurden mit Treffpunkt und Zeitangabe besprochen. Die uns zur Verfügung gestellten Unterlagen haben präzise die zu fahrenden Strecken bestens beschrieben. Durch seine nette, zuvorkommende und leutselige Art war er bei allen Teilnehmern gleich von Anfang an beliebt. Auch die Organisation und Vermittlung der Reise durch die CCA war durchwegs in Ordnung.

Reiseteilnehmer

Es handelt sich bei den Teilnehmern um 13 Paare, fast alle im Ruhestand und es herrschte vom ersten Moment an eine nette Stimmung, ein rücksichtsvoller und hilfsbereiter Umgang miteinander, es war somit eine bestens zusammengewürfelte Gesinnungsgemeinschaft.

Ausstattung der Campingplätze

Die Mehrzahl der von uns angefahrenen Plätze waren sehr gepflegt und in meist landschaftlich schönen Umgebungen. Die Abstellflächen waren großzügig in den Ausmaßen und sehr oft nischen-artig abgegrenzt vom Nachbarplatz. Die Stromversorgung war stets tadellos, Wasseranschlüsse waren nicht immer vorhanden. Die Sanitäranlagen waren durchwegs bis auf ganz wenige Ausnahmen leider unterdurchschnittlich und mit den Anlagen bei uns in Mitteleuropa, nicht annähernd vergleichbar.

Zusammenfassend können wir sagen, dass die gesamte Reise uns in eindrucksvoller Weise bestimmt lange sehr positiv in Erinnerung bleiben wird und wir kommen ganz sicher noch einmal nach Irland, dann weiter eventuell über Nordirland, Schottland und England.

Insgesamt haben wir in Irland 2259 km zurückgelegt. Die gesamte Reise mit An- und Rückfahrt zu der bzw. von der Fähre durch Österreich, Süddeutschland und Frankreich dauerte bei uns 34 Tage und zwar vom 11.8. bis 13.09.2013; wir sind mit unserem Wohnmobil insgesamt 6283 km gefahren.

Für uns war diese geführte und vom CCA organisierte Reise mit dem Wohnmobil die Erste,  war aber eine tolle Erfahrung und wir werden bestimmt in Zukunft von dieser Möglichkeit des Reisens wieder Gebrauch machen.