Vier Pfoten auf vier Rädern

„Bevor jemand die Entscheidung trifft, mit seinem vierbeinigen Liebling auf große Reise zu gehen, sollte er/sie sich das aber gut überlegen. Leidet Ihr Tier schnell unter Stress, oder ist es schon älter, ist es gescheiter, eine gute Urlaubsbetreuung zu suchen“, rät Mag. Nina Brabetz, CCA-Tierexpertin und Leiterin der Tierarztpraxis Rankgasse in Wien-Ottakring. Generell empfiehlt die Tierärztin, nur mit Hunden auf große Fahrt zu gehen. Nur in seltenen Fällen sind Katzen oder Nager reiselustig und wirklich fit für die große weite Welt.

Hitzestau

„Hunde, Katzen und andere Haustiere können nicht schwitzen, was ja beim Menschen den tödlichen Hitzestau verhindert“, weiß Tierärztin Brabetz, aus leidvoller Berufserfahrung. So kommen Hunde und Kleintiere in heißen Fahrzeugen schon nach einer halben Stunde bei plus 30 Grad zu Tode. Genügend Luft und Wasser ist daher das allerwichtigste.

Richtig gefüttert, Stress verringert

Wie bei uns Zweibeinern kann auch bei Tieren eine Magenverstimmung mit Durchfällen durch ungewohntes Futter oder unsauberes Wasser schnell die Urlaubsfreude trüben. „Nehmen Sie daher das gewohnte Futter Ihres Lieblings mit – oft bekommen Sie dieses gerade in Ihrem Reiseland nicht in den Geschäften. Für Trinkwasser gibt es für Mensch und Tier höchst einfache und wirkungsvolle Filterflaschen.“ Ist der Stress für Katze oder Hund durch die vielen neuen Eindrücke zu groß, kann ein Pheromon-Halsband oder Spray seine beruhigende hormonelle Wirkung entfalten.

Zeitgerecht zum Tierarzt

Vor und nach der Reise müssen Sie Wau oder Miez beim Tierarzt entwurmen lassen. Die notwendigen Impfungen müssen zeitgerecht veranlasst und in den Impfpass eingetragen werden. „In einigen Staaten benötigen Sie nur den EU-Heimtierpass, manche Länder verlangen jedoch auch amtstierärztliche Bestätigungen und Tollwut-Antikörper-Nachweise. In jedem Fall ist es ratsam, sich genau zu erkundigen, was bei der Einreise in das Urlaubsland - und auch in den Transitländern! - von Tierhaltern verlangt wird“, rät CCA-Tierexpertin Brabetz.

Chip, Versicherung, Tierarztadressen

Zwar herrscht in Österreich die Pflicht, seinen Hund zu chippen, aber viele Leute vergessen darauf, den Chip auch im Internet zu registrieren. „Der Chip bringt aber nur dann etwas, wenn das Tier samt Zugehörigkeit registriert wurde!“

Auch die Haushaltsversicherung um den vierbeinigen Liebling zu erweitern, kann anlässlich der großen Fahrt nicht schaden. Dann ist es nur mehr halb so schlimm, wenn Bello die trendigen Flip-Flops der Stellplatznachbarin mit einem Kauknochen verwechselt.

Sollte man länger auf einem (Camping-)Platz verweilen, empfiehlt es sich auch, den nächstgelegenen Tierarzt schon daheim zu recherchieren – für alle Fälle.

Waldis Rucksack

Ins Tier-Reisegepäck gehören unbedingt: Beißkorb, Leine, Körbchen oder Box, Lieblingsspielzeug, Handtücher zum Nassmachen und Kühlen, Liegedecke, Hundegurtadapter für’s Fahrzeug.

Wuffis Reiseapotheke

Eine kleine Checkliste für die Vierbeiner-Reiseapotheke hat Tierärztin Nina Brabetz hier zusammengestellt.
Kohletabletten, Enteroferment (Magen-Darm-Probleme), Verbandszeug (Glasschnitte), Desinfektionsmittel, Ohrentropfen, Augensalbe. Bei bekannten allergischen Reaktionen Cortison. Wichtig auch: alle ständig verabreichten Medikamente in ausreichender Anzahl. Parasitenschutzhalsband oder Spot-On-Präparate, Dauermedikamente.

Und bitte noch daran denken,

dass Ihre Tierärztin/Ihr Tierarzt auch vor einer Reise kompetente Ansprechpartner für Impfungen und Medikamente Ihres Lieblings sind, und dass Medis aus dem Internet auch für Vierbeiner höchstes Risiko (sehr oft unwirksame oder gar gefährliche Nachbauten) darstellen.