Langzeittest: Carthago Chic c-line 3,8 Teil 1

Auch farblich passend zum vierbeinigen Camper: das Test-Mobil

Peter Schuster hat den Carthago Chic c-line 3,8 auf seiner Syrienreise für Sie getestet, lesen Sie hier seine Eindrücke vom Fahrzeug.

Gewichts-Check vor der Abreise
Los geht’s mit einem Tachostand von 386 km, der Tempomat ist auf 115 km/h gestellt, das GPS zeigt SAT-gemessene 112 kmh an. Ich mache, reisefertig beladen, einen Abstecher zur geeichten Brückenwaage der Salzburger Kieswerke: Mit vollem 110-Liter Frischwassertank zeigt die Waage auf 3.560 kg, rechnet man noch das Gewicht der allerliebsten Ehefrau und der Bulldogge dazu, sollte sich eine Gewichtskontrolle bei etwas Goodwill eines freundlichen Polizisten mit einem Gnadenakt ausgehen. Notfalls muss eben das Frischwasser dran glauben. Erst dann .... – aber daran mag ich gar nicht denken!

Test 1: Dichtemessung beim Starkregen
Dicht ist der Carthago – der Starkregen mit Sturmböen bis N-Italien ließe jede undichte Stelle aufkommen, das Raumklima ist bei gerade mal 2 Grad am Tauern dank der hervorragenden Isolierung der beschichteten Wände und des Doppelbodens sehr angenehm. Das Alko-Chassis mit der Extra-Breitspur der Hinterachse in Kombination mit dem Heavy-Fahrgestell macht sich bei den widrigen Fahrverhältnissen bezahlt, der Chic lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und zieht leise schnurrend seine Spur.

Test 2: Steigung und Schotter
Die griechischen Grenzer winken uns durch, die Türken empfangen uns freundlich und 15 Minuten später rollen wir auf einer auch nicht schlechten Schnellstraße Richtung Süden, wo am Wege Palmenbuchten mit Türkiswasser à la SO-Asien locken. Der Preis dafür: Steile Zufahrten mit zahlreichen Schildkröten, denen es auszuweichen gilt. Durch die kompakten Maße und der recht hohen Bodenfreiheit im Vergleich zu Mitbewerbern ließen sich solche Passagen problemlos bewältigen – nur Schotter liebt der frontgetriebene Fiat nicht zu sehr – das ist aber keine neue Erkenntnis.

Test 3: Der Stauraum
Mittlerweile finden wir bereits unsere 7 Sachen: Der Carthago bietet eine Unzahl von Staufächern, sowohl als Rundumverbauung als auch im Doppelboden. Noch nie zuvor blieben uns bei einem 6,30 m-Fahrzeug einige Laden nahezu leer. Laden und Fächer sind stabil, die Klappen selbstschließend und während der Fahrt absolut schepperfrei.

Bilanz: Alles funktioniert tadellos
Nach 4.000 km sind wir an der syrischen Grenze, wo uns mein Freund aus vergangen Reiseleiterzeiten, Kayes Sayed, bereits erwartet. Eine erste Zwischenbilanz über den Carthago fällt reisemobiluntypisch aus: Alles funktioniert, was in dieser Branche leider absolut nicht selbstverständlich ist. Fast jeder Neuwagenkäufer kann das „Lied der Mängel“ singen: Nichts Großartiges, aber oft eine Unzahl an Kleinigkeiten, die ganz schön nerven können. Da funktioniert der Kühlschrank bei einer Energiequelle nicht, dort rinnt kein Wasser, die Aufbautüre lässt sich nur gewaltsam schließen, die Badtüre scheppert usw, usf. Nichts dergleichen beim Carthago. Er steht da, wie bei der Übernahme – nur ein bisserl staubiger.

Die Rückreise geht an biblischen Orten wie Palmyra, Hamas und Craq de Chevalier vorbei und diesmal durch das Landesinnere der Türkei, wo wir immer wieder Höhen bis zu 1.600 m (von Null weg) erklettern, was der 130 PS-Motor des Fiat locker wegsteckt. Niemals kam der Wunsch nach dem stärkeren Bruder auf, der sich in erster Linie durch Reduzierung der Nutzlast um – in diesem Falle eher sinnlose – 30 kg bemerkbar gemacht hätte. Sinn würde diese Option allerdings dann machen, wenn man sich für das feine Fiat Automatikgetriebe entscheiden würde. Ich bin allerdings mit dem gut abgestimmten 6-Gang-Getriebe durchaus zufrieden.

Nach insgesamt 5 Wochen hat uns der Salzburger Schnürlregen wieder – der fast 6 Wochen junge Carthago hat 9.841 km auf dem Tacho und ist noch immer absolut fehlerfrei!

Text und Abbildungen Peter Schuster

Carthago Chic c-line 3,8

Preis: ab EUR 71.145,-



Technische Details
Motorisierung: 96 kW/130PS
Länge: 6.300 mm
Breite: 2.350 mm
Höhe: 2.850 mm
Masse Fahrbereit: 3040 kg (aufrüstbar auf 4,5t)
Zulässiges Gesamtgewicht: 3.500 kg
Zusatzausstattung: AL-KO Extrabreitspur-Chassis, Querbetten über der Heckgarage, Längsküche, Raumbad, 3 Schlafplätze, 4 gurtgesicherte Sitzplätze, beheizter Doppelboden mit zus. Staufächern, je 110 l- Wasser und Abwassertank frostgeschützt und beheizt, 150l Gefrierkombination, Toiletten-Sog-Entlüftung über das Dach, Omnistormarkise,


Händler in Österreich:
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