CCA Service: Überladen? Zurück an den Start!

Übergewicht macht nicht nur Menschen zu schaffen. Wenn das Wohnmobil zu viele Kilos hat, bedeutet das nicht selten ein jähes Ende der Reise. Darauf machen Experten des CCA aufmerksam.

An die hundert Liter Brauchwasser, ebenso viel Trinkwasser, Proviant für eine Woche, vielleicht auch noch eine Kiste heimisches Lieblingsbier für’s trockene Ausland? Wer all das in seinem Wohnwagen oder Wohnmobil bunkert und auf Reisen geht, überschreitet womöglich sehr rasch die 3,5-Tonnen-Grenze.

Mag. Gerald Kumnig, ARBÖ-Rechtsexperte, hat zusammengefasst, was einem beim Fahren mit „Übergewicht“ droht:

  • Strafe wegen Verstoß gegen das Kraftfahrgesetz bis zu 5.000 Euro, Aufhalten und Hinderung an der Weiterfahrt durch die Exekutive.
  • Eintragung ins Vormerksystem und eventuell auch eine Nachschulung in Sachen geeigneter Ladungssicherung nach dem Führerscheingesetz, wenn die im Fahrzeug befindliche Ladung nicht entsprechend gesichert ist!

„Neben allen diesen Strafen blüht einem aber noch, das Fahrzeug zu entladen, um das höchst zulässige Gesamtgewicht zu erreichen“, gibt CCA-Präsident Peter Schuster zu bedenken. „Da stellt sich dann plötzlich auch noch die Frage: Wohin mit den Sachen, die kann man ja nicht am Straßenrand liegen lassen?“

Wer chronisch  „übergewichtig“ unterwegs ist, wird wohl nicht umhin kommen, den Führerschein C1 zu erwerben und – für das Wohnmobil - die LKW-Maut („Go-Box“) in Kauf zu nehmen. Maßnahmen, die unter Campern denkbar unbeliebt sind.

Durch Anhängen eines leichten Anhängers kann man immerhin bis zu 500 Kilo darauf zuladen, ohne allzugroße Abstriche machen zu müssen - die Hunderter-Begrenzung auf der Autobahn ist mit einem Wohnmobil zu verschmerzen, andere Einschränkungen hinsichtlich Maut, Führerschein oder anderen gibt es nicht. Im Prinzip ist man dann legal mit dem B-Schein mit 4.250 Kilo unterwegs.

Auch kann man das Problem Überladung beim Wohnwagen relativ günstig durch den „E zu B“- Führerschein lösen: Kaum Lernaufwand, einfachste Prüfung, geringe Kosten – es zahlt sich aus. Der Nachteil: Geschwindigkeitsbeschränkungen in Österreich(Landstraße 70, Autobahn 80 Stundenkilometer).

Wer diesen Hürden ausweichen möchte, sollte sich einige Praktikertipps zu Herzen nehmen:

  • Sind Sie in Gegenden unterwegs, wo reichlich Trinkwasser vorhanden ist, verzichten Sie während der Fahrt auf volle Tanks – Ersparnis bis zu 200 Kilo!
  • Beim Caravan- oder Wohnmobilkauf empfiehlt es sich, die künftige Fracht zu bedenken und das entsprechende zulässige Gesamtgewicht im Auge zu behalten.
  • Bei Fahrzeugen wie auch bei Zubehör kann man heutzutage auch auf Leichtbauarten zurück greifen.
  • Und beim Packen ganz einfach ständig ans Gewicht denken: „Man kann ja einmal auf seine gewohnten Getränke verzichten und vor Ort Neues kennen lernen. Oft ist das durchaus eine Bereicherung“, weiß CCA-Chef Schuster aus eigener Erfahrung.